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    Fürsorge für ältere Mitarbeitende notwendig

    Von admin | 2.September 2011

    Anpassung der Arbeitsbedingungen und Altersteilzeitregelungen –notwendige Reaktion auf demografischen Wandel.
    Ein Ergebnis unserer Umfrage unter den Mitarbeitenden der Kindertagesstätten im Kirchenkreis Leine-Solling war die problematische Altersstruktur der Kollegen und Kolleginnen in den Einrichtungen. Unter den gesamten pädagogischen Mitarbeitenden des KK Leine Solling verteilen sich die Alterscluster wie folgt (Stand Ende 2010):

    Alter bis 30 30-40 40-50 50-60 über 60
    Anzahl 19 32 54 70 5
    Anteil 11% 18% 30% 39% 3%

     

    Bedingt durch die Möglichkeit der Altersteilzeit ist der Anteil der über 60jährigen Mitarbeitenden derzeit noch relativ gering. Nach dem Wegfall dieser Regelung ist zu erwarten, dass mehr Mitarbeitende bis zum Eintritt der Altersrente im Beruf bleiben (müssen). Rechnet man die vorliegenden Daten nur 5 Jahre weiter, so sind 71 Mitarbeitende zwischen 50 und 60 (39%) und 35 über 60 (19%). Und wenn ältere Mitarbeitende länger arbeiten müssen, heißt das auch, dass weniger Jüngere nachrücken können.

    Eine Suchanfrage bei Google zum Stichwort „demografischer Wandel, Mitarbeiter“ ergab 1.640.000 Einträge. Nur bei der Landeskirche scheint sich nichts zu rühren. Die ADK soll sich auf Antrag der Arbeitgeberseite mit Notlagenregelungen beschäftigen, die Arbeitnehmerseite würde gern über die Tarifübernahme des Ergebnisses des TV-L reden. Das Thema, wie die immer älter werdenden Mitarbeitenden in der Landeskirche ihre Arbeit möglichst gesund und ihrer Leistungsfähigkeit angemessen ausüben können, steht nicht auf der Tagesordnung.
    In den Kindertagesstätten brennt das Thema auf den Nägeln. Viele der älteren Mitarbeitenden haben körperliche Beschwerden etwa beim Heben von Kindern oder dem Beugen über niedrige Kindertische z.B. während der Essenszeiten. Hier könnten möglicherweise technische Mittel oder personelle Maßnahmen Unterstützung leisten. Aber die kosten Geld und die Kommunen als Refinanzierer legen sich quer. Wenn überhaupt, können hier also nur kircheneigene Mittel eingesetzt werden. Diese werden ebenso für eine kirchliche Altersteilzeitregelung benötigt. Es ist schwer vorstellbar, mit 67 Jahren Kleinkinder zu betreuen. Bei dem wenig auskömmlichen Einkommen von Erzieherinnen können es sich aber die wenigsten leisten, vorzeitig in Rente zu gehen und die Abstriche hinzunehmen. Auch hier besteht also ein dringender Handlungsbedarf für eine kircheneigene Regelung.
    Darüber zu verhandeln, den „dritten Weg“ zur Verbesserung der Qualität der Arbeitsbedingungen zu nutzen, sollte Anliegen aller in der ADK vertretenden Gruppierungen sein. Denn auch die Arbeitgeber schreiben sich auf die Fahnen, fürsorglich für die Mitarbeitenden zu sorgen. Es gehört schließlich auch zu ihren Pflichten, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass Sie nicht krank machen oder Erkrankungen verschärfen. Dies beinhaltet auch, frühzeitig auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu reagieren. Gerade kirchliche Einrichtungen sollten hier Vorbildfunktionen wahrnehmen und nicht nur einer Gewinnmaximierung zu Gunsten der Rücklage Vorrang geben.

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